"Aktive, zupackende, vor allem schnelle Hilfe, immer ein offenes Ohr für die Nöte un-serer Studierenden - so ist es der PBS in ungezählten Fällen gelungen, Studienabbrü-che zu vermeiden" freut sich Studentenwerks-Geschäftsführer Dr. Jens Schröder beim 30-jährigen Jubiläum der Psychotherapeutischen Beratungsstelle (PBS). "Studienab-brüche, insbesondere kurz vor dem Examen, führen sowohl persönlich als auch wirt-schaftlich zu enormen Problemen. Volkswirtschaftlich gibt es kaum eine ertragreichere Investition."
Ende der 70-er-Jahre war die Zeit reif, dem klassischen Service des Studentenwerks - Gastronomie, Wohnheime, Ausbildungsförderung, Kinderbetreuung - mit dem psycho-therapeutischen Beratungsdienst einen weiteren Baustein an die Seite zu stellen. Von Anfang an dabei: Jürgen Messer, seines Zeichens Diplom-Psychologe, Leiter der PBS und erfahrener Verhaltenstherapeut. "Ich danke Jürgen Messer, der mit Kreativität und Zielstrebigkeit am Auf- und Ausbau der Beratungsstelle beteiligt war. Mein Dank gilt auch den Studierenden der Hochschulregion, die mit ihrer Nachfrage unter Beweis stellen, wie notwendig für sie die Existenz einer solchen Einrichtung ist," so Schröder in seinem Grußwort.
Schröder erinnert daran, dass besonders der Verwaltungsrat des Studentenwerks Mannheim auch in finanziell schwierigen Zeiten hinter diesem Serviceangebot für die Mannheimer Studierenden steht: Unterstützte das Land Baden-Württemberg die Psy-chotherapeutischen Beratungsstellen der Studentenwerke seinerzeit noch mit hohen Zuschüssen zum Fachpersonal, reduzierte es im Laufe der Jahre dieses Engagement immer mehr, um schließlich Ende der 90-er Jahre die Bezuschussung gänzlich einzu-stellen. Seither finanziert sich die PBS weitgehend aus Beiträgen und Kostenbeteili-gungen.
Insgesamt nahmen in den letzten 30 Jahren mit 12.000 Studierenden mehr Studieren-de die Hilfen in Anspruch als die Universität heute Köpfe zählt - zunächst in L 9, 5, dann in L 9, 6 in der Bismarckstraße, seit 2000 im Servicehaus Parkring 39.
Jürgen Messer: "Ganz wichtig ist mir, dass wir unsere Hilfe ohne große Wartezeiten anbieten können. Und: Wir kennen die Studierenden und die Situation in den Studien-gängen ganz genau - das unterscheidet die PBS von niedergelassenen Therapeuten. Deshalb führt bei Prüfungsstress, Ängsten und anderen Problemen der erste Weg der Studierenden zu uns".
Trotz der räumlichen Uni-Nähe bietet das Team, bestehend noch aus Dr. Gabriele Bensberg, Vitali Scheibler, zahlreichen Honorarkräften sowie Karin Kraft und Monika Riffner-Schopp vom Sekretariat ihre Unterstützung allen Studierenden der vom Studentenwerk betreuten Hochschulen an - also neben den Uni-Studierenden auch denen der Hochschule Mannheim, der Berufsakademie, der Musikhochschule und der Pop-Akademie.
Mitte der 90er Jahre entwickelten Messer und sein Team nichttherapeutische Kurse zur Vermittlung von Schlüsselkompetenzen für das Studium und den Berufseinstieg. Erfolgreich und rege nachgefragt sind die Lernkurse für Erstsemester, Prüfungs- und Schreibcoaching, Assessment Center und Bewerbungstraining. Diese unter "pro stu-dente" firmierenden Angebote sind eng mit den Hochschulen abgestimmt, um Mehr-fachangebote oder Überschneidungen zu vermeiden.
Auf die veränderten Problemlagen der Ratsuchenden reagierte die PBS mit einer Aus-weitung ihres Beratungsspektrums, so in Form spezieller Coachingangebote. Das in diesem Zusammenhang von Jürgen Messer und seiner Mitarbeiterin Dr. Gabriele Bensberg entstandene Mannheimer Prüfungscoaching-Programm, das in Schriftform 2007 in dritter, erweiterter Auflage erschien, fand weit über die Grenzen Mannheims hinaus Beachtung.
Die Mannheimer Hochschullandschaft zeichnet sich durch tiefgreifende Veränderungen aus, zu denen u.a. die Einführung der Bachelorstudiengänge, aber auch die zuneh-mende Vernetzung von Einrichtungen im Umfeld der Studierenden gehören. Auf diese veränderte Situation hat die PBS Mannheim reagiert. So bietet sie Social Skill-Kurse für Bachelorstudierende der VWL an, die regulärer Bestandteil des Studiums sind und in denen Creditpoints erworben werden. Außerdem wird gegenwärtig ein Schulungs-konzept für Mitarbeiter von Career Centern zur Durchführung von Assessment Centern entwickelt, das bundesweit angeboten werden soll.
Über die vorangegangenen drei Jahrzehnte hinweg hat sich die PBS Mannheim unter der Leitung von Jürgen Messer von einer weitgehend unbekannten Einrichtung zu ei-nem Leuchtturm in der Hochschulregion entwickelt. Das Deutsche Studentenwerk (DSW) ernannte die PBS für ihre ungewöhnliche Innovations- und Veränderungsbe-reitschaft sowie die ausdrückliche Orientierung an den sich wandelnden Bedürfnissen der Studierenden im Jahr 2007 zu einem "Best-practice-Modell".
Peer Nußhart / Öffentlichkeitsarbeit, Tel. MA 292-2832
oder Kontakt per E-Mail