Zum Herbst 2011 werden in der Hochschulregion Mannheim (Universität, Hochschule Mannheim, DHBW Mannheim, Musikhochschule, Popakademie) über 6.000 Erstsemester erwartet, noch mehr als 2010.
Steigende Studierendenzahlen bedeuten: Die Schere zwischen Angebot und Nachfrage auf dem studentischen Wohnungsmarkt wird im Herbst 2011 weit auseinanderklaffen. Mehr denn je hängt es von der Aufnahmebereitschaft des privaten Wohnungsmarkts ab, dass sich Mannheim als freundliche, weltoffene Hochschulstadt präsentieren kann.
Das Studentenwerk hat deshalb Mitte Juli eine Plakataktion gestartet. Mit 150 Aushängen in den Bussen und Bahnen der RNV bittet das Studentenwerk darum, Studierenden privaten Wohnraum anzubieten.
Das Studentenwerk vermittelt an Studierende kostenlos privaten Wohnraum.
Schon bis 4.8.2011 haben sich mehr als 2.500 Erstsemester um einen der rd. 900 zum Herbst freien Plätze in einem studentenwerkseigenen Wohnhaus beworben. Bis zum Vorlesungsbeginn an Uni (5.9.), Hochschule (26.9.) und DHBW (10.10.) dürfte die Bewerberzahl auf bis über 4.000 deutlich zunehmen - die der freien Plätze nicht.
Insgesamt stehen in Mannheim über 3.200 Bettplätze in studentischen Wohnanlagen zur Verfügung, davon allein rund 3.000 beim Studentenwerk. Die Wohnraum-Versorgungsquote (Verhältnis Studierendenzahlen zu öffentlich gefördertem studentischem Wohnraum) gehört mit 14,8 Prozent (Stand 31.12.2010) zu den höchsten der acht Universitätsstädte in Baden-Württemberg.
„Das Studentenwerk investiert seit Jahren kräftig in den studentischen Wohnraum“, erläutert Studentenwerks-Geschäftsführer Dr. Jens Schröder, „im Zeitraum von 2003 bis 2008 konnten 500 neue Wohnplätze geschaffen werden.“ Danach habe man den Schwerpunkt auf die Sanierung gelegt. Allein in den vergangenen beiden Jahren seien zusätzlich über 10 Mio. Euro aus eigenen Mitteln für die Sanierung in die Jahre gekommener Wohnanlagen investiert worden. „Unser Ziel ist, dass auch bei jetzt wieder wachsenden Studierendenzahlen studentischer Wohnungsnotstand ein Fremdwort in Mannheim bleibt“, so Schröder.
In bester hochschulnaher Lage hat das Studentenwerk in der Speyerer Straße zusätzlich zu den dort bereits vorhandenen 220 Plätzen ein weiteres Haus für 54 Studierende erworben und umgebaut. Die Kosten für den Erwerb und die Baumaßnahme dieses letzten Bauabschnittes auf dem Gelände an der Speyerer Straße lagen bei rund 2,9 Mio. Euro. Das Haus wurde im Mai bezogen.
Im Komplex „Am Verbindungskanal“ an der Hafenstraße 35-45 hat das Studentenwerk alle drei Häuser umgebaut. Neben der energetischen Sanierung wurde ein Schwerpunkt auf die Verbesserung der Wohnqualität und die Fassadengestaltung gelegt. Die großen Wohngruppen mit bis zu 10 Personen werden zugunsten kleinerer Wohneinheiten umgestaltet. Die Anlage beherbergt nunmehr 318 studentische Mieter gegenüber 396 vor dem Umbau.
Die Kosten für die Maßnahme beliefen sich insgesamt auf 4 Mio. Euro. Zum WS 2011/12 kann das Haus wieder komplett belegt werden.
Auch dieses Haus ist 2009 energetisch saniert worden (0,7 Mio. Euro). Im zweiten Schritt ist jetzt geplant, im Hofbereich eine bisher als Parkplatz genutzte Fläche zu überbauen und somit in ruhiger, absolut hochschulnaher Lage zu Universität, MHS und Popakademie zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Die Baumaßnahme wird rd. 1,5 Mio. Euro kosten, vorbereitende Arbeiten (Bodenplatte) könnten bereits in diesem Jahr beginnen. Der Bauantrag ist eingereicht; bei optimalem Verlauf werden Ende 2012 dann 30 Studierende hier ein Dach über dem Kopf finden.
Das Studentenwerk hat Anfang August nahezu alle Apartments der ehemaligen Seniorenresidenz Augarten, zentral gelegen im Dreieck zwischen Hochschule, Hauptbahnhof und DHBW, erwerben können. Hier werden in den nächsten Wochen bis zu 125 großzügige Wohnplätze eingerichtet. Nach kleineren Renovierungsarbeiten ist die die studentische Vermietung bereits zum Oktober 2011 vorgesehen. Der Investitionsaufwand in 2011 beläuft sich insgesamt voraussichtlich auf rd. 5,5 Mio. Euro.
„Das Studentenwerk bestreitet die Investitionen zu fast 90 Prozent aus aufgenommenen Darlehn und eigenen Mitteln“, erläutert Dr. Schröder. Gerade für ein kleines Studentenwerk bedeute das eine enorme finanzielle Belastung. Angesichts des Studentenbergs der nahen Zukunft wünscht sich Dr. Schröder noch mehr Engagement des Landes in der studentischen Wohnraumförderung. „Wir könnten in den nächsten Jahren noch einige Hundert Wohnplätze in Mannheim schaffen“, so Dr. Schröder, „ein Sonderprogramm des Landes, ähnlich wie es die Hochschulen derzeit im Hinblick auf den doppelten Abiturjahrgang 2012 erhalten, würde uns dabei sehr weiterhelfen.“
„Für unsere Baumaßnahmen, zum Beispiel in der Speyerer Straße oder Am Verbindungskanal, erhalten wir auch in städtebaulicher Hinsicht eine vorzügliche Resonanz“, ergänzt Dr. Schröder abschließend. Die Investitionen helfen somit nicht zuletzt der Stadt Mannheim, im nationalen und internationalen Wettbewerb als attraktive Hochschulstadt wahrgenommen zu werden.
Im Frühjahr-/Sommersemester 2011 studierten in der Hochschulregion Mannheim 20.011 junge Menschen und damit 289 mehr als ein Jahr zuvor. Zuletzt wurde 2006 in einem Sommersemester die Marke von 20.000 geknackt. Im jeweiligen Wintersemester liegen die Zahlen üblicherweise höher. Zum Herbst/Winter 2011/12 werden jetzt deutlich über 22.000 Studentinnen und Studenten erwartet (zuletzt 2003/04 über 22.000 Studierende).
Präzise Zahlen für das kommende HWS werden im November 2011 vorliegen. Das Studentenwerk rechnet damit, dass sich der Zuwachs auch im Herbst-/Wintersemester 2012/2013 (doppelter Abiturjahrgang in Baden-Württemberg) fortsetzen wird und mittelfristig mit bis zu 24.000 Studierenden.