Fotos: Mannheimer Wasserturm und studentisches Leben
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Pressemitteilung Nr. 10/2011 vom 20.12.2011


Studentenwerk: Noch Bedarf an Wohnplätzen

Rekord-Studierendenzahlen in der Hochschulregion Mannheim

Neubau, Zuerwerb und Umbau 2011 - trotzdem Wohnraum knapp

Studentenwerks-Chef fordert Wohnraum-Sonderprogramm des Landes

 

Herbst 2011: Soviel Studierende wie nie in Mannheim

Jetzt ist der Rekord amtlich: Die Hochschulen der Hochschulregion Mannheim (Universität, Hochschule Mannheim, DHBW Mannheim, Musikhochschule, Popakademie) haben die endgültige Zahl ihrer aktuell Studierenden mitgeteilt. 22.622 junge Frauen und Männer sind im Herbst-/Wintersemester an den fünf Hochschulen immatrikuliert. Damit wird der bisherige Höchststand von 22.088 Studierenden vom Wintersemester 2003/2004 erstmals überschritten. Im Vergleich zum WS 2010/11 bedeutet dies ein Plus von 880 Studierenden. Alle Hochschulen stellen im Vergleich zum Vorjahr mehr Studienplätze zur Verfügung: Uni (+ 507), Hochschule (+ 192), DHBW (+ 122), Musikhochschule (+ 16) und Popakademie (+ 42).

Doppelter Abijahrgang kommt erst

Die Wohnplatzquote liegt bei 3.382 Plätzen (incl. den Häusern anderer Träger mit 272 Plätzen) mit 14,95% wieder leicht über Landesniveau. Im jetzigen Semester verzeichnete das Studentenwerk bei rd. 7.700 Erstsemestern 4.537 Bewerbungen (zum 1.9. oder 1.10.) auf einen Platz in einem seiner studentischen Wohnhäuser. Verfügbar waren indes lediglich 1.191 Plätze, die just zu diesem Zeitpunkt am Markt platzierte ehemalige Seniorenresidenz Augarten schon mitgezählt. Die übrigen Nachfrager haben ihre Bleibe auf dem privaten Wohnungsmarkt in Mannheim und Umgebung gefunden.

 „Das Studentenwerk investiert seit Jahren kräftig in den studentischen Wohnraum“, erläutert Studentenwerks-Geschäftsführer Dr. Jens Schröder, „im Zeitraum von 2003 bis 2011 konnten über 600 neue Wohnplätze geschaffen werden.“ In den letzten beiden Jahren man einen weiteren Schwerpunkt auf die Sanierung gelegt. Allein aus eigenen Mitteln seien über 10 Mio. Euro insbesondere in die energetische Sanierung der Wohnanlagen investiert worden. „Unser Ziel ist, dass „studentische Wohnungsnot“ ein Fremdwort in Mannheim bleibt“, so Schröder.

Die aktuellen Projekte des Studentenwerks 2012/2013:

Wohnhaus B 7, 14-15

Dieses Haus ist 2010 energetisch saniert worden (0,7 Mio Euro). Für das kommende Jahr ist jetzt geplant, im Hofbereich eine bisher als Parkplatz genutzte Fläche zu überbauen und somit in ruhiger, absolut hochschulnaher Lage zu Universität, MHS und Popakademie zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Die Baumaßnahme wird rd. 1,7 Mio. Euro kosten, vorbereitende Arbeiten (Bodenplatte) werden im Frühjahr 2012 beginnen. Bei planmäßigem Verlauf werden Ende 2012 dann 32 weitere Studierende hier ein Dach über dem Kopf finden.

Augartenresidenz - Nutzung vorhandener Flächen

Das Studentenwerk hat Anfang August 2011 die Apartments der ehemaligen Seniorenresidenz Augarten, zentral gelegen im Dreieck zwischen Hochschule, Hauptbahnhof und DHBW, erworben. Hier wurden zum Oktober 127 Wohnplätze - überwiegend Apartments - hergerichtet, die umgehend vermietet werden konnten. Der Investitionsaufwand belief sich insgesamt auf rd. 5,7 Mio. Euro. Durch den Umbau von Flächen im EG und im DG könnten hier bis 2013 weitere über 40 Plätze entstehen.

Mehr Unterstützung vom Land gewünscht

Trotz dieser Maßnahmen lassen die steigenden Studierendenzahlen erwarten, dass die Schere zwischen Angebot und Nachfrage auf dem studentischen Wohnungsmarkt im Herbst 2012 weiter auseinander klaffen wird. „Das Studentenwerk bestreitet die Investitionen zu fast 90 Prozent aus aufgenommenen Darlehen und eigenen Mitteln“, erläutert Schröder weiter. Nach dem enormen Engagement in den letzten Jahren sei man mit den jetzt projektierten Erweiterungen in B 7 und der Augartenstraße an der Obergrenze des finanziell Machbaren angekommen.

Angesichts des Studentenbergs der nahen Zukunft wünscht sich Dr. Schröder daher mehr Engagement des Landes in der studentischen Wohnraumförderung. „Wir brauchen in den nächsten Jahren noch einige Hundert Wohnplätze in Mannheim und könnten dies auch schaffen“, so Schröder, „ein Sonderprogramm des Landes, ähnlich wie es die Hochschulen derzeit im Hinblick auf den doppelten Abiturjahrgang 2012 erhalten, würde uns dabei sehr weiterhelfen.“